Was prägt unsere inneren Überzeugungen?
Das STEIN-Modell betrachtet vier mögliche Einflussbereiche:
S – Selbstdialog
Wie wir innerlich mit uns sprechen und uns selbst bewerten.
T – Tradition
Botschaften, Normen und Erwartungen, die uns durch Familie, Bildung, Beruf, Organisation oder Gesellschaft vermittelt wurden.
E – Erfahrung
Was wir selbst erlebt haben und welche Schlussfolgerungen wir daraus gezogen haben.
I – Identifikation
Menschen und soziale Bezugspunkte, an denen wir uns bewusst oder unbewusst orientieren.
Diese Einflüsse wirken jedoch nicht unmittelbar.
Wahrnehmen und Interpretieren
Zwischen dem, was wir erleben, und dem, was wir daraus schließen, liegt ein wesentlicher psychologischer Prozess:
Wir geben Erlebnissen Bedeutung.
Dasselbe Ereignis kann von unterschiedlichen Menschen – oder von derselben Person zu unterschiedlichen Zeitpunkten – verschieden interpretiert werden.
Aus diesem Zusammenspiel können innere Überzeugungen entstehen, die wiederum beeinflussen, wie wir Situationen wahrnehmen, welche Möglichkeiten wir sehen und wie wir handeln.
N – Neue Erfahrungen
Mit unserem Handeln entstehen wiederum neue Erfahrungen. Diese können bestehende Überzeugungen bestätigen – sie können sie aber auch irritieren, differenzieren oder verändern.
Das N steht deshalb für Neue Erfahrungen und macht deutlich: Das Modell endet nicht beim Handeln. Neue Erfahrungen fließen wieder in unsere Wahrnehmung und Interpretation ein.
So entsteht ein dynamischer Prozess, in dem innere Überzeugungen zwar geprägt werden, aber nicht unveränderlich bleiben müssen.