Akzeptanz

Heute ist „Tag der Akzeptanz“. Dieser ist untrennbar mit Annie Hopkins verbunden. An diesem Tag geht es darum, die eigenen Fähigkeiten zu akzeptieren, sich auf diese zu besinnen und sie in Stärke umzuwandeln. Es ist das Symbol dafür, das Leben in vollen Zügen zu lieben und zu leben, egal wer man ist und wie man aussiehst, egal was man kann oder eben nicht kann. 

„Was Du nicht liebst, sollst Du ändern. Was Du nicht ändern kannst, solltest Du akzeptieren.“

– Julia Stein

Das Zitat begleitet mich schon seit langer Zeit. Beruflich wie privat reflektiere ich mit verschiedenen Methoden regelmäßig, ob das was ich tue, auch das ist was ich liebe. Ein Leben ohne Probleme habe ich trotzdem nicht. Wir alle haben Probleme. Die einen sind größer und benötigen mehr Aufmerksamkeit, hierfür bedarf es vielleicht auch professionelle Unterstützung durch Methoden wie Theory U, und die anderen sind kleiner und können relativ zügig von uns selbst aus dem Weg geräumt werden. Und dann gibt es da noch die so genannten Schwerkraftprobleme.

Was sind Schwerkraftprobleme?

Auf das Wort „Schwerkraftproblem“ bin ich das erste Mal gestoßen als ich das Buch „Designing your life“ von Bill Burnett und Dave Adams gelesen habe. Es handelt sich bei den Schwerkraftproblemen nicht um Probleme im eigentlichen Sinne, sondern um Situationen oder Gegebenheiten – wie die Schwerkraft – die man nicht ändern kann. Hierbei hilft es nur, dass man sie akzeptiert und das Beste daraus macht.

Seit Beginn der COVID-19-Pandemie im März 2020 waren wir einer Menge solcher „Schwerkraftprobleme“ ausgesetzt. Die Bundesregierung musste Einschnitte in das Privatleben der Menschen machen um die Pandemie einzudämmen. Bummeln oder Shoppen in den Innenstädten oder gemütliches Beisammensein – sowohl in Privathaushalten als auch in der Öffentlichkeit – wurden untersagt. Menschen in Pflegeheimen litten darunter, dass sie oft monatelang von der Außenwelt und ihren Familienangehörigen isoliert waren.

Finanziell wurden Trainer:innen, Coach:innen und viele Unternehmen im stationären Einzelhandel auf die Probe gestellt. Gerade die Fashion-Branche wurde hart getroffen – mit globalen Auswirkungen. Es wurden Aufträge in Millionenhöhe in Fertigungsländern wie Bangladesch storniert, denn Fashion war in den Zeiten, in denen man kaum andere trifft und selten bis gar nicht im Büro ist, eher zur Nebensache geworden. Trainer:innen und Coach:innen hingegen versuchten schnellstmöglich zu improvisieren und entwickelten neue Konzepte um digital weiter arbeiten zu können.

Warum uns radikale Akzeptanz in solchen Situationen mehr nützen als schaden

Alle unsere Emotionen sind evolutionär begründet und dienen einem gewissen Zweck. Angst ist ein evolutionärer Mechanismus um auf Bedrohungen zu reagieren. Wenn wir uns also in Situationen befinden, die potentiell bedrohlich für uns sind, schüttet unser Hirn Cortisol (ein Stresshormon) aus und unser Herzschlag wird schneller.

Da wir schon seit fast zwei Jahren nahezu täglich mit neuen Meldungen über Infektionszahlen, Todesfälle, Mutationen oder Lockdowns bombardiert werden, führt dies früher oder später zu einem Ermüdungszustand, da unser Körper nicht darauf ausgelegt ist, diesem Stress kontinuierlich über einen so langen Zeitraum ausgesetzt zu sein. Einige der Meldungen sind natürlich „Luxusprobleme“, wie zum Bespiel eine Meldung, dass das Land in das wir gerne in Urlaub verreisten möchten nun doch auf einmal zum COVID-19-Risikogebiet erklärt wurde, oder dass wir selbst nicht in ein Land einreisen dürfen, weil die EU als Hochrisikogebiet deklariert wurde. Oder bei Meldungen, die das Allgemeinwohl schützen, weil sich einige Monate nach der zweiten Impfung zeigt, dass der neuartige Impfschutz doch nur eine gewisse Dauer schützt und es empfohlen wird noch eine dritte Impfung zur besseren Immunisierung zu bekommen.

Wir als Individuen können und sollten natürlich darauf achten, dass wir uns verantwortungsvoll mit uns und unseren Mitmenschen umgehen, jedoch kann keine:r den weiteren Verlauf der COVID-19-Pandemie vorhersagen. Es steht noch nicht fest welche Maßnahmen noch in den kommenden Wochen, Monaten oder Jahren etabliert werden. Es wird jedenfalls ein „neues Normal“ geben, mit dem wir lernen müssen umzugehen – ein neues „Schwerkraftproblem“ das wir akzeptieren müssen.

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